Montag, den 26. Oktober 2015

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Wanderung 2/3 Braeriach, 1/3 Lairig Ghru, Loch an Eilein und Ord Bàn

Nach der Zeitumstellung wird es hier richtig früh dunkel... Deswegen musste ich noch die letzten hellen Tage des Jahres in den Bergen verbringen. Der Mountain Weather Information System hatte für Montag und Dienstag einigermaßen gutes Wetter vorhergesagt.

Ich plante also zwei Bergtouren, am Montag wollte ich den Braeriach (1296 m, dritthöchster in GB) und am Dienstag den Bynack More (1090 m) bezwingen. Beide Berge hatte ich schon durch meine zahlreichen Cairngorms-Wanderungen von (fast) allen Seiten gesehen.

Wegen der Zeitumstellung musste ich also früh raus und so stellte ich mir den Wecker auf 5 Uhr. So konnte ich schon um kurz vor 8 vom Sugarbowl Car Park loslaufen. Was hat sich eigentlich derjenige, der diesen Parkplatz so genannt hat, wohl gedacht? Mein erstes Hindernis waren zwei Rentiere, die friedlich auf dem Pfad ästen. Freundlicherweise ließen sie mich aber vorbei.

Und auf einmal wurde es windig. Nicht so sehr, dass es mich stören würde, aber trotzdem erwähnenswert. Der Cairn Gorm verschwand hin und wieder in den Wolken, den Braeriach konnte ich noch nicht sehen. Ich lief also weiter und überquerte die Chalamain Gap, die als schwieriges Geröllfeld beschrieben wurde.

Als ich auf der anderen Seite der Chalamain Gap hinunter in den Lairig Ghru lief, konnte ich sehen, dass der Braeriach fest in den Wolken hing. Sehr plötzlich wurde der Wind schärfer. Die Wolkenfetzen wurden sogar auch durch den beeindruckenden Lairig Ghru gejagt. Das Laufen wurde schwieriger.

Ich lief auf das untere Hochplateau des Braeriach (Sron na Lairige) und wurde plötzlich von noch mehr Wind und Wolken überrascht. Sie werden bestimmt gleich weg sein, dachte ich. Doch was ich erlebte, glich einem Sturm. Ich hatte perfekten Gegenwind und sah zunehmend weniger. Ich musste mich für jeden Schritt so stark gegen den Wind lehnen, wie sich sonst Motorradfahrer bei 350 kmh in die Kurve legen. Durch den Windchill wurde es auch noch richtig kalt. Die Wolken sanken immer tiefer und es war keine Besserung in Sicht, genaugenommen war gar nichts in Sicht.

Von den 10 km Aufstieg hatte ich 7 hinter mir, ich wusste, dass es nicht mehr allzu weit war, aber die Bedingungen waren miserabel. Der Wind war so stark, dass ich mich kaum auf den Füßen halten konnte.

Schweren Herzens brach ich den Aufstieg ab, es hatte einfach keinen Sinn. Frustriert stieg ich in den Lairig Ghru hinab und musste aufpassen, dass der strenge Rückenwind mir nicht die Beine wegdrückte. Als Plan B hatte ich mir ausgedacht durch den Lairig Ghru zu Loch an Eilein zu laufen.

Gesagt getan. Immer noch frustriert und enttäuscht schaute ich zurück auf den Sron na Lairige, doch nichts als Wolken und Sturm. Je weiter ich hinunter lief, desto ruhiger wurde das Wetter. Und plötzlich schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel auf mich herab!

Unglaubwürdig drehte ich mich zum Braeriach um, aber dort nichts als Sturm. Immer noch keine Besserung. Ich lief weiter und kam langsam in die wunderschönen Kiefernwälder des Rothiemurchus Estate. Hier konnte ich die schönsten Herbstfarben bewundern: blauer Himmel, grüne Kiefern, blaue Seen und gelbe Birken. Was wollte ich mehr? Langsam begrub ich meinen Frust und konnte mich an der Schönheit des Flachlands erfreuen.

Als ich Loch an Eilein umrundet hatte, lief ich den obligatorischen Umweg auf den Ord Bàn hinauf. Und das war jetzt unfair: Braeriach ohne Wolken... aber ich hätte nicht 4 Stunden dort oben warten können. Außerdem hätte ich dann einen Teil des Rückweges mit Stirnlampe meistern müssen. Am Gedanken an die Chalamain Gap im dunkeln, lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. Ich hatte alles richtig gemacht!

Weil ich noch so viel Zeit bis zur Dunkelheit und der Abfahrt des Zuges hatte, beschloss ich bis zum Bahnhof zu laufen. Am Schluss taten mir die Beine weh, es stellte sich heraus, dass ich 30 km weit gelaufen war mit immerhin 1170 Höhenmetern. Ein neuer Rekord. Meine Kniekehlen bezeugten dies.

Im letzten Tageslicht sah ich, dass der Braeriach nun wieder in den Wolken war. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich zurück nach Inverness und dachte über die Route zum Bynack More nach.

Allt Mr mit Herbst­farben

Zwei Ren­tiere auf dem Weg

Blick zurück auf den Meall a' Bhuach­aille (810 m) und das Tal des Allt Mr (rechts)

Blick auf den Cairn Gorm Car Park und Cairn Gorm (1245 m) in den Wolken

Chalamain Gap

Hinter der Chalamain Gap: Braeriach (links) in den Wolken und auch Sgor Gaoith (hinten)

Schnell einen Blick auf Loch an Eilein und Ord Bàn

Lairig Ghru

Blick zurück über den Lairig Ghru zur Chalamain Gap und den Meall a' Bhuach­aille in der Ferne

Auf dem Sron na Lairige: schlechte Sicht

Sicht vom Sron na Lairige Richtung Avie­more

Sgor Gaoith (1118 m) immer noch in den Wolken

Un­heim­licher Lairig Ghru

Blick Richtung Lairig Ghru...

... und in die andere Richtung

Die ersten Bäume

Blick zurück zum Braeriach

Schöne Herbst­farben am Ende des Lairig Ghru

Als Kind hin­ge­fallen und wieder auf­ge­standen

Blick auf den Allt Druidh (der Bach des Lairig Ghru), den Ord Bàn (links) und die Monadh­liath Berge

Goldener Oktober

Bei Aultdrue

Lochan De (De: gäl., Atem des Lebens)

Schönstes Wetter im Flach­land, Sturm in den Bergen

Loch an Eilein

Loch an Eilein mit dem Ord Bàn

Loch an Eilein mit dem Ord Bàn (428 m)

Loch an Eilein

Loch an Eilein

Loch an Eilein und Cairn Gorm ohne Wolken!

Herbst bei Loch an Eilein

Das Sommer­foto vom 7. Sep­tember als Vergleich

Herbst­liche Lärchen

Herbst­liche Lärchen

Hinauf zum Ord Bàn

Wolken­fetzen im Lairig Ghru

Aussicht vom Ord Bàn nach Süden

Kontraste

Aussicht vom Ord Bàn auf die Monadh­liath Berge

Aussicht vom Ord Bàn nach Süden mit dem Geal-charn (920 m, links, vgl. Wanderung Sgor Gaoith, 2100 Meilen Teil 2)

Aussicht vom Ord Bàn auf Loch an Eilein und Cairn Gorm

Und das Sommer­foto vom 7. Sep­tember als Vergleich

Letzter Blick auf Loch an Eilein

Lochan Mor

Blick von Avie­more auf den Lairig Ghru (links) und Braeriach (rechts)

Herbst im Strath­spey

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