Wissembourg und der nördliche Hochwald

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Wissembourg, Weinberge und Ligne-Maginot-Relikte im Hochwald

Diese Wanderung startet im pittoresken Wissembourg mit seinen Weinbergen und führt dann hoch in den Hochwald, wo uns einige Ruinen und eine große Stechpalme erwarten. Auf dem Scherhol kann man Reste der "Lauterlinien" (Lignes de la Lauter) sehen und unterhalb des Col du Stiefelsberg gibt es einen beeindruckenden Panzergraben. Zeugen einer kriegreichen Vergangenheit machen die ruhige Wanderung besonders.

Praktische Informationen

Weg­beschreibung

Diese Beschreibung beinhaltet eine kleine Stadtführung von Wissembourg. Vor Ort gibt es jede Menge Infotafeln für den historischen und den Stadtmauer-Rundgang. Wer direkt zum Wanderweg möchte, der folge der Markierung Grüner Ring in Richtung Weiler.

Vom Bahnhof Wissembourg aus folgen wir zunächst der Rue Vauban Richtung Landau und biegen hinter der Brücke über die Lauter links auf den Fußweg ab (Markierung Blauer Ring). Der Weg führt nun entlang der Lauter bis zu einer nächsten Brücke, die wir nehmen, um das Ufer zu wechseln. Wir folgen weiterhin dem Weg, der an der Lauter entlanggeht bis wir rechts in die Rue du Général Leclerc abbiegen und die Lauter erneut überqueren. Dieser Straße folgen wir bis zur Place du Marché aux Choux, halten uns dort rechts und nehmen die Rue de la République.

Ein paar Häuser weiter nehmen wir links die Rue de la Passerelle bis zur Fußgängerbrücke. Auf der rechten Seite bietet sich uns das klassische Fotomotiv von Wissembourg mit der Klosterkirche St. Peter und Paul. Wir laufen zurück zur Rue de la République, biegen links ab und folgen ihr bis zum Rathaus (Hôtel de Ville). Hier biegen wir links ab und folgen der Rue du Marché aux Poissons, die genau auf die Kirche St. Peter und Paul zugeht. Auf dem Platz vor der Kirche angekommen, können wir links hinter uns das Salzhaus (Maison du Sel) und im Uhrzeigersinn die Zehntscheune (Grange aux Dîmes), die Kirche St. Peter und Paul und viele weitere alte hübsche Häuser sehen.

Bevor wir uns die imposante Kirche aus der Nähe anschauen, biegen wir links in die Place du Saumon und gleich wieder rechts in die Rue Stanislas ab. Hier befindet sich auf der linken Seite das Hôtel Stanislas aus dem 18. Jahrhundert. Vor dem Schartenturm (Tour de la Meurtrière) biegen wir rechts in die Rue du Chapitre ab und folgen ihr geradeaus bis zum Kreuzgang des Klosters auf der rechten Seite (direkt hinter der Kirche St. Peter und Paul). Wenn wir ihn entlanggehen, entdecken wir an seinem Ende eine sehr unscheinbare romanische Kapelle aus dem 11. Jahrhundert.

Nun gehen wir zurück und umrunden die Kirche St. Peter und Paul (Avenue de la Sous-Préfecture) bis zu dem Place du Saumon. Dort biegen wir links auf den Quai du 24 Novembre ab und überqueren die Lauter auf der Fußgängerbrücke. Nicht nur ist von hier die Sicht auf die Kirche besser, aber man kann auch die hübschen alten Häsuer (u. a. das Vogelsberger-Haus) aus der Nähe betrachten.

An der nächsten Straße biegen wir rechts in die Rue du Presbytère ab, halten uns aber links der evangelischen Johanniskirche (St-Jean) und umrunden (nach links) die Pfarrei (Rue St-Etienne) bis wir wieder den Quai du 24 Novembre erreichen. Hier biegen wir rechts ab, laufen an den Resten des Pfisterturms vorbei und folgen geradeaus dem Faubourg de Bitche durch Das Bruch-Viertel. An seinem Ende befindet sich eine Schleuse und der Hausgenossenturm aus dem 15. Jahrhundert.

Wir biegen nun rechts auf die Route de Weiler ab und folgen der Markierung Grüner Ring bis wir die Rue du Château St-Paul erreichen. Diese folgen wir geradeaus bis zur Haarnadelkurve und nehmen den Wirtschaftsweg, der weiter geradeaus in die Weinberge hinaufsteigt (kleine unscheinbare Markierung "Rundweg über die Grenze"). Kurze Zeit nachdem wir ein einsames Haus passiert haben, gelangen wir zu einer Wegspinne. Von hier aus kann man schon die Burg St-Paul (1) sehen. Wir folgen geradeaus dem asphaltierten Weg bis zur T-Kreuzung, an der wir links abbiegen und kurz danach erneut links bis zur Burg. Das Pauliner Schlösschen befindet sich im Privatbesitz und kann deswegen nicht besichtigt werden.

Die Weißen Damen des Pauliner Schlösschens

Einer Legende nach streift vor allem nachts, aber auch gelegentlich tagsüber, in den Reben unterhalb des Pauliner Schlösschens eine Weiße Dame umher. Sie weint und verbreitet Trauer wenn man sie sieht. Dies passiert selten, weil man sie nicht oft zu Gesicht bekommt, außer wenn es ein schlechtes Weinjahr geben soll. Soll die Weinernte jedoch gut sein, verbeitet sie Fröhlichkeit, grüßt jeden, der sie sieht und rasselt dazu mit ihrem Schlüsselbund.

Einer anderen Legende nach hört man nachts ein leises Seufzen und Weinen unweit des Pauliner Schlösschens. Bewegt man sich auf die Geräusche zu, so entdeckt man eine Weiße Dame, die vor einer Linde kniet und weint. Man erzählt, dass sie ihr uneheliches Kind getötet und hier vergraben hätte. Sie würde erst Ruhe finden, wenn die Linde groß genug ist, dass man daraus einen Sarg für das tote Kind bauen und es dann in geweihter Erde beerdigen kann.
Kaum ist die Linde ein bisschen gewachsen, wird sie jedoch gefällt. Durch den Stockausschlag wachsen immer wieder neue Ästchen empor, sodass die Weiße Dame bis zum heutigen Tage nachts ohne Ruhe umherstreifen muss.

Zusammen mit der Burg St-Rémy (Tour von Lauterbourg nach Wissembourg) und weiteren Wehrtürmen bildete das Pauliner Schlösschen eine vorgelagerte Verteidungslinie für das Kloster Wissembourg. Wir folgen zunächst der Markierung Roter Ring um die Burg herum bis wir erneut auf einen asphaltierten Weg stoßen. Dort biegen wir links ab und folgen der Markierung Gelber ausgefüllter Kreis Richtung Weiler. Unterwegs bieten sich uns wunderschöne Aussichten, auf das Pauliner Schlösschen, sowie Wissembourg, das Rheintal und den Schwarzwald.

Der Weg führt durch das sogenannte Bannholz auf eine große Wegspinne an der deutschen Grenze mit mehreren Wanderwegen. Hier folgen wir der Markierung Gelber Ring bis zur Bushaltestelle in Weiler. Achtung: Wenn das erste Haus von Weiler in Sicht kommt, folgen wir links dem Weg hinab und gehen nicht geradeaus durch das Tor.

Von der Bushaltestelle könnte man wieder nach Wissembourg fahren, wir folgen allerdings dem Weg mit der Markierung Gelbes Rechteck (GR 532) Richtung Col du Pigeonnier. Unterwegs kommen wir durch das Schliefenthal und zum Col du Birkenthal. Etwa 300 m nach dem Col du Birkenthal biegen wir rechts ab und folgen dem Pfad mit der Markierung Rotes Recht­eck (GR 53) bis zum Gipfel der Scherhol (2). Man erkennt noch die Reste eines Observationsturms und kann in der offenen Schutzhütte vor Regen flüchten. Kurz unterhalb des Gipfels (weiterhin Markierung Rotes Recht­eck (GR 53)) ist der Erdwall der "Lauterlinien" noch deutlich zu sehen. Wir folgen dem Weg bis zum Col du Pigeonnier (3) wo sich das Chalet/Refuge und diverse Schutzhütten des Vogesenclubs befinden und überqueren die Straße.

Variante 1

Wer nur den spannenderen und deutlich kürzeren Teil der Tour wandern möchte, kann das Auto am Col du Pigeonnier abstellen (an der D 3 zwischen Wissembourg und Lembach, der Parkplatz auf der linken Seite von Wissembourg kommend bietet sich an). Hierher fährt zwar auch der Linienbus 317 (Wissembourg - Fleckenstein), doch leider nur zu wanderunfreundlichen Zeiten.

Die Variante folgt demselben Weg der Hauptbeschreibung mit dem Col du Pigeonnier als Start- und Endpunkt. Wer am Schluss (oder am Anfang) noch Lust hat, kann die Variante um 1,1 km und 78 Höhenmeter zum Gipfel der Scherhol erweitern (Markierung Grünes Dreieck für den Aufstieg und Rotes Recht­eck (GR 53) für den Abstieg).

Vom Col du Pigeonnier aus folgen wir der Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis in Richtung Moulin des Sept Fontaines bis zum Houx Géant (Stechpalme) (4). Von hier folgen wir der Markierung Rotes Kreuz in Richtung Col du Pfaffenschlick bis zum Col du Stiefelsberg. Immer wieder öffnet sich der Blick nach links Richtung Cleebourg. Kurz hinter der Gabelung der Wege mit den Markierungen Gelber ausgefüllter Kreis und Rotes Kreuz befinden sich links auf dem Schlossberg (5) Reste einer Burg. Es gibt jedoch keinerlei geschichtliche Hinweise auf eine Burg an diesem Standort und doch ist ein Ringwall noch deutlich sichtbar.

Ab dem Col du Stiefelsberg folgen wir der Markierung Gelbe Raute Richtung Carrefour des 3 Forêts und Col du Pfaffenschlick bis zum Fossé Antichar (6), dem Panzergraben des Hochwald, auch bekannt als "Fossé du Hochwald". Eine Treppe führt in den Graben hinab und auf der anderen Seite wieder hinauf. In der "Sackgasse" des Grabens befindet sich noch eine mehr oder weniger gut erhaltene Kasematte mit Kuppeln, die aus dem Waldboden ragen.

Von hier laufen den selben Weg zurück zum Carrefour des 3 Forêts und folgen der Markierung Gelbes Rechteck (GR 532) Richtung Col du Pigeonnier. Nachdem der Weg eine Wiesenfläche erreicht, eröffnet sich uns ein wunderschöner Blick auf Climbach. Unweit von hier befindet sich die alte Kapelle Climbronn (7) mit ihrer Quelle. Ein kurzer Abstecher zum Brunnen belohnt einen mit einem in Stein gehauenes Gesicht. Der Weg geht weiter am Waldrand entlang und wer ein gutes Auge hat, kann sogar die Burgen Loewenstein, Hohenbourg und Wegelnburg am Horizont entdecken!

Über eine leichte Steigungen gelangen wir zu einem Forstweg, der uns Richtung Col du Pigeonnier führt. Nach einer Zeit stößt von rechts der Weg mit der Markierung Grünes Dreieck dazu. Über den Eselsberg (Sendemast) folgen wir der Markierung Grünes Dreieck (Col par point de vue) bis zum Col du Pigeonnier (3).

Wir überqueren die Straße und folgen dem Weg mit der Markierung Gelbes Rechteck (GR 532) in Richtung Col du Birkenthal. Dort wo der Weg mit der Markierung Rotes Recht­eck (GR 53) vom Gipfel der Scherhol hinab kommt, biegen wir rechts ab und folgen ihm bis zum Bahnhof Wissembourg. Unterwegs kommen wir an der Redoute du Maréchal du Bourg (Lignes de la Lauter) und dem Maison Foretière Scherhol (8) vorbei. Ab dort verläuft der Weg in Straßennähe und es eröffnen sich uns tolle Aussichten auf den Bobenthaler Knopf, die Rheinebene und das Pauliner Schlösschen, das wir vom Hinweg kennen.

Nachdem der Weg die Straße verlässt, verläuft er entlang der Lauterlinien bis zu den ersten Häusern von Wissembourg (Wingertsbach). Der Weg führt nun links die Rue de Turckheim zum Boulevard Clemenceau hinunter. Dort biegen wir rechts ab, überqueren die Straße auf dem Zebrastreifen und gelangen so an das Lauterufer mit der Stadtmauer. Von hier geht es immer geradeaus bis zum Bahnhof von Wissembourg.

Wer vom "Wingertsbach" den Weg etwas abkürzen will, geht einfach geradeaus auf dem eingezäunten Schotterweg weiter und folgt der Route des Vosges (D 77) hinab bis zum Kreisverkehr, biegt dort halbrechts ab und folgt der Avenue de la Gare (D 3) bis zum Bahnhof.

Wichtige Hinweise

Das Be­treten der hier auf­ge­führ­ten und be­schriebenen Orte ge­schieht gänz­lich auf eigene Ge­fahr!
Alle An­gaben ohne Ge­währ!

Bitte be­achte und be­rück­sichtige un­bedingt die Warn­schilder des Jagd­betriebs (haupt­sächlich im Herbst) und der Fällungs­arbeiten. Vor allem bei den Fällungs­arbeiten herrscht Lebens­gefahr.

Bitte be­achte, dass die Strecken der Wanderungen und Burg­zugänge zwischen­zeitlich geändert sein können. Falls dies der Fall sein sollte, würde ich mich über eine kurze Nachricht an adminwanderparadies-wasgau.de oder über das Kontaktformular freuen, vielen Dank!

Einige angegebene Park­plätze sind keine offiziellen Park­plätze, sondern Stellen am Straßen- oder Weg­rand. Bitte respektiere diese Stellen und die Natur.