Warthenberg, Stampflöcher und Mont St-Michel

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Archäologische Rundwege in den südlichsten Nordvogesen

Diese Wanderung kombiniert die beiden archäologischen Rundwege von Ernolsheim-lès-Saverne und St-Jean-Saverne/Eckartswiller. Auch wenn die meisten archäologischen Stätten nicht mehr viel Sichtbares bieten, macht ihre Vielfalt die Strecke zu einem Erlebnis. Der Plattenweg am Schluss der Tour ist sicherlich das eindrucksvollste Relikt aus der römischen Zeit. Die Wanderung beginnt in Ernolsheim-lès-Saverne und steigt hinauf zur lange Zeit vergessenen Burgruine Warthenberg. Über den Frohnberg geht es zur Croix de Langenthal. Wer möchte kann hier die Tour um fast die Hälfte verkürzen. Wer sich für Normalroute entscheidet, kommt an den beeindruckenden Stampflöchern und weiteren römischen Relikten vorbei. Von der Rothlach geht es hoch über der Autobahn vorbei an dem Rocher des Dames und der Roche Plate zum magischen Mont St-Michel. Auf dem Rückweg nach Ernolsheim kommen wir noch am Plattenweg und einem Aussichtspunkt der Neubaustrecke Straßburg - Paris vorbei.

Praktische Informationen

Wegbeschreibung

Unsere Wanderung beginnt mit dem Aufstieg der Rue du Presbytère. Wir folgen der Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis über einen gepflasterten Weg und biegen dann rechts in den Wald ab. An der Kreuzung (Kindelsbrunne) gehen wir geradeaus und folgen unserer Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis Richtung "Château, Rocher du Daubenschlag".

Der Weg führt uns hinauf zum Bergrücken, an dem wir links abbiegen und direkt den Daubenschlagfels vor uns sehen. Wir umgehen ihn rechts und steigen zu den Resten der Burg Warthenberg (1) hinauf. Auf dem Daubenschlagfels befindet sich eine Schutzhütte mit rustikaler Schlafmöglichkeit.

Nach der Burgbesichtigung kehren wir zurück zum Wanderweg und passieren den Halsgraben. Wer dem Pfad mit dem Schild "Latrines médiévales" folgt, gelangt zu einer Trockentoilette. Wir folgen der Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis und gehen hinab zur "Kleinebene". Danach steigt der Weg wieder etwas an, wir passieren den Huhnerfelsen und gelangen zum Frohnberg.

Unser Weg biegt an einer Abzweigung rechts auf den Frohnberg ab und wir erreichen einen Opferteller (2). Nach rechts können wir einen kurzen Abstecher zum "Rocher à Cupule" machen. Danach folgen wir dem Pfad (Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis) nach links und nähern uns der Abbruchkante des mittelalterlichen Steinbruchs.

Kurz darauf stoßen wir auf einen Forstweg, dem wir nach links folgen und halten uns an der Kreuzung rechts (Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis). An der nächsten Abzweigung folgen wir links dem Weg mit der Markierung Blaues Rechteck (GR 531) Richtung Saverne und sehen auf unserer Linken den "Rocher Kanzel". Vor dem Felsen biegen wir rechts ab (Markierung Blaues Rechteck (GR 531), passieren einen römischen Grenzstein und erreichen nach einer Weile den Rocher du Frohnberg, der uns eine schöne Aussicht auf die Elsässische Ebene beschert.

Wir folgen weiterhin der Markierung Blaues Rechteck (GR 531) und umlaufen den alten Ringwall der Heidenstadt. Am westlichen Zangentor der Heidenstadt biegen wir links auf den Forstweg ab und folgen ihm zur Croix de Langenthal (3) (Markierung Blaues Rechteck (GR 531)).

Variante 1

Wer sich für die kürzere Variante entschieden hat, folgt links dem Weg mit der Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis zum Mont St-Michel (7). Ab hier ist der Weg weiter unten ab Punkt 7 beschrieben.

Der Verlauf der Variante 1 ist in der Karte rot gestrichelt.

Wir biegen rechts auf den "Chemin Forestier du Packlager" ab und folgen der Markierung Roter Ring. Nach einer Weile biegen wir links auf den Pfad mit der Markierung Gelber Ring ab und erreichen kurz darauf die Stampflöcher (4).

Wir überqueren die beeindruckenden Stampflöcher, passieren einen weiteren Opfer-Stein und biegen rechts auf den Forstweg ab (Markierung Gelber Ring Richtung Carrières-Habitat). In der Rechtskurve biegen wir links auf einen Erdweg ab (Markierung Gelber Ring. Ab hier ist der Weg sehr schlecht markiert.

Wir folgen unserem Weg und können bald auf unserer Linken den ehemaligen Steinbruch "Carrière" sehen. Ein kaum erkennbarer Pfad führt zur Infotafel. Anschließend wandern wir an einem Felsen vorbei und runter zu einer Kreuzung. Wir halten uns links und folgen kurz darauf links dem Hohlweg hinauf. Ca. 50 Meter weiter lassen wir den Weg mit der Markierung Blaues Dreieck links liegen und folgen halbrechts dem Grasweg (Markierung Gelber Ring), der uns zum "Habitat" führt.

Unser Weg stößt auf eine Forstweggabelung und wir folgen dem halbrechten Weg. Wir passieren eine Jagdhütte und anschließend eine Wiese. Vor uns sehen wir bereits die Infotafel und die Reste der "Nécropole". Nun ist der Weg wieder markiert (Gelber Ring) und wir folgen ihm zur Rothlach (5).

Vor der Wildbrücke biegen wir links ab und folgen nun wieder der Markierung Roter Ring Richtung Mont St-Michel. An der Straßengabelung folgen wir rechts der "Route Forestière du Rocher des Dames" und verlassen diese bald nach links (Markierung Roter Ring, "Chemin Forestier des Roches Plates").

Nach einer Weile biegen wir rechts ab und folgen dem markierten Pfad zum Rocher des Dames (6). Er thront hoch über der A4 und bietet uns eine schöne Sicht auf den gegenüberliegenden "Rocher du Faucon" und Richtung Saverne. Leider stört der Lärm der Autobahn.

Wir gehen das Stück zurück zum Forstweg und folgen ihm nach rechts (Markierung Roter Ring). Wir nähern uns der "Roche Plate", einem Kletterfelsen mit zuwachsender Aussicht. Dennoch können wir in der Ferne die Burgen Haut-Barr, Grand-Geroldseck und Greifenstein sehen. Wir folgen weiterhin der Markierung Roter Ring und gelangen bald darauf zum Mont St-Michel (7).

Mont St-Michel (7)
Das Chalet des Vogesen Clubs bietet den Wanderern einen Aufenthaltsraum an, der außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich ist. Etwas weiter unten sind auch Toiletten verfügbar. Wir gehen vor zur Kapelle und rechts die Treppen hinab zur "Grotte des Fées". Direkt darüber befindet sich der sogenannte "Hexenkreis" mit Sicht zum Bastberg. Auch sonst können wir eine schöne Aussicht auf die Elsässische Ebene, Saverne und die Mittel-Vogesen genießen.

Itha, die Hexenkönigin

Die kreisförmige Aushöhlung auf dem Felsen des Mont St-Michel ist Ort von Legenden. Angeblich handelt es sich hier um eine Hexenschule. Nach abgeschlossener Ausbildung sollten die Hexen einen letzten Test bestehen: sie mussten von hier rüber zum Bastberg fliegen, um ihre Mitstreiterinnen zu treffen und Geheimnisse zu schmieden.

Im 12. Jahrhundert verliebte sich Itha, die Hexenkönigin in Peter von Lutzelbourg. Sie heirateten und hatten eine starke Verbindung zueinander. Itha war bildhübsch und ihr Gatte wusste nichts von ihren Fähigkeiten. Eines Tages beschwerte sich Peter über die andauernde Trockenheit und aus Liebe zauberte Itha große Regenwolken her, die sich sturzregenartig entluden. Es regnete so viel, dass überall Hochwasser herrschte und die Ernten verloren gingen.

Peter, der dann von Ithas magischen Kräften erfuhr, ließ sie wütend lebendig in einem steinernen Grab begraben, welches sich in jenem Felsen auf dem Mont St-Michel befindet. Ihr Geist konnte wahrscheinlich durch die Felsspalte "Hexenloch" entkommen.

Der Legende nach sollen die Frauen, die sich durch den Hexenspalt zwängen, eine lebenslange glückliche Ehe führen. Wegen des Abgrundes auf der anderen Seite, ist davon allerdings abzuraten.

Wir laufen zurück zum Chalet und biegen dahinter rechts ab. Vor uns sehen wir den Kindelsbrunne und biegen vor ihm links auf den Forstweg ab (Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis). Wir überqueren die Forststraße und halten uns an den Abzweigungen erst links, dann rechts. Nach einer Weile erreichen wir den Plattenweg (8).

An einer Kreuzung biegen wir links ab (Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis) und erreichen einen Aussichtspunkt auf die Neubaustrecke von Straßburg nach Paris. Wer Glück hat, kann hier einen TGV oder ICE vorbeirauschen sehen.

Wir folgen weiterhin unserem Weg geradeaus (Markierung Roter aus­ge­füllter Kreis) und erreichen bald die Kreuzung, die wir vom Hinweg kennen. Wir biegen rechts ab und gehen zurück zum Startpunkt in Ernolsheim.

Archäologische Stätten im Detail

Warthenberg

Die Burg Warthenberg wurde 1158 von Graf Hugo von Eguisheim-Dagsburg erbaut und noch vor ihrer Fertigstellung zerstört. Ein Versuch des Wiederaufbaus der Herren von Lichtenberg im Jahre 1260 scheiterte und so wurde die Burg als Steinbruch genutzt. Lange Zeit war sie in Vergessenheit geraten, bis Archäologen 1979 Reste der Grundmauern freilegten. Heute wird die Burganlage von der Association Pro Daubenschlag gepflegt.

Mittelalterlicher Steinbruch auf dem Frohnberg

Im 12. Jahrhundert entstanden auf dem Frohnberg mehrere kleine Steinbrüche. Die Felsblöcke wurden zum Bau der Burg Warthenberg genutzt. Auf dem Frohnberg befinden sich auch noch sogenannte "Pierres à Cupules" (Stampflöcher) und ein Opferteller aus früherer Zeit.

Römischer Grenzstein (Borne Romaine)

Unweit des Rocher Kanzel befindet sich ein römischer Grenzstein mit der Inschrift PVB LIC, was wahrscheinlich von "Publicus" stammt. Er markierte einen privaten Besitz und wurde 1975 wiederentdeckt.

Heidenstadt

Die Heidenstadt ist eine 25 ha große alte Ringwallanlage und fungierte als keltisches Oppidum. Historiker gehen davon aus, dass die Anlage aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammt. An den beiden Zufahrtswegen befanden sich Zangentore und der Ringwall ist heute am Forstweg noch gut zu erkennen. Der älteste Zufahrtsweg ist wahrscheinlich der Plattenweg.

Croix de Langenthal

Angeblich wurde an dieser Stelle schon 1611 ein Kreuz im Gedenken eines im Dreißigjährigen Krieges gefallenen schwedischen Kriegers aufgestellt. Es muss sich um eine Legende handeln, denn dieser Krieg begann erst 1618.
Einer anderen Legende zufolge wurde das Kreuz nach einer Straftat aufgestellt: Hans Geiler, Einwohner von St-Jean, ermordete 1622 einen Soldaten des Vogtes von Phalsbourg und wurde daraufhin verbannt. Das Kreuz wurde mit seinen konfiszierten Mitteln errichtet. Das heutige Kreuz stammt aus dem Jahre 1888.

Stampflöcher

An dieser Stelle sind bis zu 50 Becken in den Stein gehauen worden. Die ehemalige Nutzung dieser Stampflöcher ist nicht bekannt, es wird vermutet, dass sie als Getreidemühle und religiöse Kulte verwendet wurden.

Carrière

Wie auf dem Frohnberg befindet sich hier ein alter Steinbruch mit noch herumliegenden Felsblöcken.

Habitat

1997 wurden die Reste einer römischen Behausung aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Im Zusammenhang mit der Ermordung des Kaisers Severus Alexander soll die Behausung im Jahre 235 verlassen worden sein.

Nécropole

Die Grabmale sind in strenger Reihenfolge aufgestellt. Manche Steine liegen, manche stehen. Dieser Ort stammt wohl aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. und ist wohl der Interessanteste in der Nähe der Rothlach.

Mont St-Michel

Auf diesem Berg mit seinem beeindruckenden Panorama auf die Elsässische Ebene befinden sich ebenfalls keltische Besiedlungsspuren. Schon im 6. Jahrtausend v. Chr. sollen hier Menschen gesiedelt haben. Auf dem Felsen befindet sich ein in den Fels gehauenen Kreis ("Rond"), der auch als "Hexenschule" (Ecole des Sorcières) oder "Hexenkreis" bekannt ist. Auf halber Höhe des Felsens befindet sich eine ausgebaute Höhle (Grotte des Fées) mit einem ausgehauenen Grab. Diese Bauten nährten verschiedene Legenden der Bevölkerung. Seit dem 16. Jahrhundert befindet sich auf dem Mont St-Michel die Kapelle, die eine wechselhafte Geschichte erlebte (Plünderung, Brände...). Die heutige Kapelle stammt aus dem Jahre 1848.

Kindelsbrunne

Der Kindelsbrunne (Fontaine aux Enfants) entspringt ganz in der Nähe des Mont St-Michel und ist angeblich Geburtsort der Kinder von St-Jean-Saverne, die hier von den Störchen abgeholt und zu ihren künftigen Eltern gebracht werden.

Plattenweg

Erstmals 1126 erwähnt, ist der Plattenweg wohl der älteste Zufahrtsweg zur Heidenstadt. Heute ist er noch auf einer Länge von 64 mit einem Höhenunterschied von gut 14 Metern (23% Steigung) zu sehen. Es wurden Gleise in den Felsen gehauen, um die von Tieren gezogenen Gefährte in der Spur zu halten. Der Plattenweg war aber nicht nur Zufahrtsweg, sondern auch Teil der Vogesendurchquerung von Straßburg Richtung Paris.

Wichtige Hinweise

Das Be­treten der hier auf­ge­führ­ten und be­schriebenen Orte ge­schieht gänz­lich auf eigene Ge­fahr!
Alle An­gaben ohne Ge­währ!

Bitte be­achte und be­rück­sichtige un­bedingt die Warn­schilder des Jagd­betriebs (haupt­sächlich im Herbst) und der Fällungs­arbeiten. Vor allem bei den Fällungs­arbeiten herrscht Lebens­gefahr.

Bitte be­achte, dass die Strecken der Wanderungen und Burg­zugänge zwischen­zeitlich geändert sein können. Falls dies der Fall sein sollte, würde ich mich über eine kurze Nachricht an adminwanderparadies-wasgau.de oder über das Kontaktformular freuen, vielen Dank!

Einige angegebene Park­plätze sind keine offiziellen Park­plätze, sondern Stellen am Straßen- oder Weg­rand. Bitte respektiere diese Stellen und die Natur.

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