Wittschloessel, Wineck, Schoeneck und Lutzelhardt

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Vier-Burgen-Tour im Südwesten von Obersteinbach

Diese Tour führt uns von Obersteinbach zu den südlich gelegenen Burgen Wittschoessel, Wineck und Schoeneck. Von dem Wittschloessel ist nicht mehr viel erhalten, doch zwischen den Bäumen hat man fantastische Aussichten auf die Burgen Wasigenstein, Petit-Arnsberg und Lutzelhardt. Die Burg Wineck strahlt eine romantische Ruhe aus, was nicht nur am naturbelassenen Zustand liegt. Mit der Burg Schoeneck erwartet uns eine sehr interessante Ruine, die von der "Association Cun Ulmer Grun" immer weiter aufgebaut wird. Schließlich folgen wir dem Weg nach Norden zur Burg Lutzelhardt, die mit ihrer einmaligen Aussicht scheinbar einsam auf ihrem Felsen thront. Von dort aus gelangen wir über den Bayerischen Windstein zurück nach Obersteinbach.

Praktische Informationen

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz wenden wir uns nach rechts und folgen der Hauptstraße nach Osten. An der Bushaltestelle "Arnsbourg" biegen wir rechts ab und folgen dem Weg mit der Markierung Rotes Recht­eck (GR 53) über Wiesen in den Wald hinein. An einer Wegspinne lohnt sich der kurze Abstecher zum Gabelfels (1) (beschildert). Wir laufen zurück zur Wegspinne und folgen rechts dem Weg mit der Markierung Rotes Recht­eck (GR 53) hinauf zum Col du Wittschloessel und noch etwas weiter in Richtung Windstein. Kurz hinter dem Col du Wittschloessel folgen wir dem Pfad links hinauf zur Burg Wittschloessel (2). Viel ist von der Burg nicht mehr erhalten, die wohl als Vorposten der nahen Burg Wineck diente. Zwischen den Bäumen kann man die Burgen Wasigenstein, Petit-Arnsberg und Lutzelhardt erkennen.

Wir gehen den gleichen Weg zurück zum Col du Wittschloessel und biegen hier links ab und folgen dem Weg mit der Markierung Gelbes Dreieck zum Col du Wineck. Von dort führt uns die Markierung Gelber ausgefüllter Kreis nach links über den Bergsporn zur Burg Wineck (3). Kurz vor der Burg lohnt es sich rechts der Felsen vorbeizugehen, denn hier ist die Chance am höchsten die benachbarte Burg Schoeneck zwischen den Bäumen zu erhaschen.

Die Burg Wineck gehört zu den mittelgroßen Felsenburgen dieses Gebietes und strahlt eine wohltuende Ruhe aus. Auch wenn man die Oberburg nicht besteigen kann, bietet sie einen tollen Rastplatz mitten im Grünen.

Wir folgen weiterhin der Markierung Gelber ausgefüllter Kreis den Berg hinab und biegen vor der Straße am Maison Forestière du Herrenhof rechts ab. Der Weg verläuft nun parallel der schwach befahrenen Straße. Bald stoßen wir auf den Weg mit der Markierung Grünes Dreieck, dem wir nun zur Burg Schoeneck (4) folgen. Nach der Straßenüberquerung können wir uns entscheiden, ob wir die direkte Steigung zur Burg Schoeneck meistern möchten. Die Alternative "Itininéraire plus soft" führt uns auf der Forststraße zu einem schönen Weiher bevor es mit der Markierung Rotes Drei­eck hinauf zur Burg geht. Die Steigung ist angenehmer, verlängtert die Tour aber auch um 1,2 km.

Die Burg Schoeneck wird seit dem Jahr 2000 restauriert und bietet sehr viele Details zum Entdecken. Beim Erkunden ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da noch kaum Geländer und Sicherungen vorhanden sind. Empfehlenswert ist außerdem der Weg, der um die Burg herumführt.

Die geisterhaften Reiter

Mitte des 16. Jahrhunderts war Kuno Eckbrecht von Dürckheim im Krieg und wachte vor den Toren der Burg Schoeneck. Eines Abends sah er zwei Krieger, ausgerüstet wie im Mittelalter, durch das Tor reiten. An einen Verrat seitens des Pförtners denkend, zückte er sein Schwert, doch plötzlich tauchten die zwei Reiter vor ihm auf, als wären sie durch die Wand hindurchgegangen. Sie erklärten ihm, dass er der Burg (Neu-)Windstein zur Hilfe eilen soll, sie würde gerade vom Feind angegriffen. Daraufhin lösten sich die beiden Reiter in Luft auf und Kuno schlug Alarm. Mit seinen Mannen ritt er zur Burg Windstein und überraschte den Feind, der gerade den Angriff starten wollte. So entging die Burg Windstein dem Angriff des Feindes.

Von Zeit zu Zeit tauchen die beiden Reiter plötzlich aus der Wand auf. Der Legende nach behüten sie atemberaubende Schätze, die in den Katakomben der Burg Schoeneck vergraben sind.

Variante 1

Wer von hier aus Zeit- oder Kraftmangel auf direktem Wege zurück nach Obersteinbach gehen möchte, folgt dem Weg mit der Markierung Rotes Drei­eck zunächst zum Col du Langthal und von dort parallel der Straße bis nach Obersteinbach zum Startpunkt zurück. Am Straßendreieck des Obersteinbacher Ortseingang empfiehlt sich der Weg rechts im Bogen um den Ziegenhof (Chèvrerie) herum (Richtung Centre Equestre, aber links halten).

Der Verlauf der Variante 1 ist in der Karte rot gestrichelt.

Wir folgen nun dem Weg mit der Markierung Grünes Dreieck durch den Wald bis zur D 3 kurz vor der Burg Lutzelhardt. Wir überqueren die Straße und gehen geradeaus weiter auf dem kleinen Pfad zum Burgparkplatz und anschließend hinauf zur Burg Lutzelhardt (5). Auch hier ist Vorsicht bei der ersten Holztreppe geboten, da sie nur auf Felsseite über ein Geländer verfügt. Oben werden wir mit einer atemberaubenden Aussicht auf den grünen Waldteppich belohnt. Im Süden reicht der Blick bis zum Grand Wintersberg und im Osten sehen wir den Steinberg mit seinem markanten "L"-förmigen Felsen und den Bayerischen Windstein.

Der verliebte Trommler

Während des Dreißigjährigen Kriegs im 17. Jahrhundert war eine Soldatentruppe in einem Bauernhof von Obersteinbach stationiert. Unter den Soldaten gab es einen Trommler, der sich unsterblich in die Bauersmagd verliebt hatte. Seine Liebste war ihm nicht abgeneigt, doch vermied sie es sich mit ihm zu treffen, da man so etwas in dieser Zeit nicht tat.
Der Trommler verzweifelte immer mehr und um irgendwie mit seiner Liebsten in Kontakt zu treten wählte er eine drastische Maßnahme: Eines Nachts begab er sich zur nahen Burg Lutzelhardt und setzte sich an den Teufelstisch. Um Mitternacht rief er: "Für einen Kuss von meiner Liebsten verkaufe ich meinen Körper und meine Seele an den Teufel!"

Durch einen Spalt in der Mauer, den der Trommler nicht gesehen hatte, tauchte im Nu ein großgewachsener Mann mit Hufen und Hörnern auf und machte ihm ein Angebot. Nachdem er den Pakt unterzeichnet hatte, übergab ihm der Teufel zwei magische Trommelschlägel, die jede Schönheit anziehen würde, die ihn spielen hörte.

Am nächsten Morgen begann der Trommler vor seiner Liebsten zu spielen und lief in den Wald hinein. Die Bauersmagd konnte der Musik nicht widerstehen und folgte ihm in den Wald. Der Rhythmus wurde immer schneller und sie... verschwanden im Wald. Seitdem hat man die Beiden nie wieder gesehen.

Wilde Pferde

Angeblich soll es mehr als 100 wilde Pferde auf den Feldern der Lutzelhardt gegeben haben.

Variante 2

Von hier gibt es ebenfalls die Möglichkeit direkt nach Obersteinbach zurückzukehren. Die Markierung Gelbes Rechteck (GR 532) führt uns ohne Umwege direkt zum Startpunkt zurück.

Der Verlauf der Variante 2 ist in der Karte rot gepunktet.

Wir folgen zunächst weiter der Markierung Gelbes Rechteck (GR 532) in Richtung Obersteinbach. Am Forstweg biegen wir links ab und folgen der Markierung Gelber Ring ca. 250 m bis zur deutsch-französischen Grenze. Vor dem Grenzstein biegen wir rechts ab und laufen quasi auf der Grenze und folgen dem Weg mit der Markierung Blau-weißer Balken, die nicht immer sichtbar ist. Nach dem Weiher auf der linken Seite biegen wir rechts ab und danach links. Wir überqueren eine Wegspinne und biegen ca. 10 m dahinter rechts auf den Pfad ab, der uns etwas später im Zickzack zum Bayerischen Windstein (6) führt.

Der Bayerische Windstein befindet sich gerade noch auf französischer Seite und bietet tolle Aussichten nach Osten, Süden und Westen, vor allem auf den Steinberg und die Burg Lutzelhardt.

Von hier geht es mit den Markierungen Roter Ring und Deutsch-Französischer Burgenweg (Schwarzer Turm) auf der Grenze hinab zum Windsteinerfels. Von dort führt die Markierung nach links und schließlich durch das Schangenbach-Tal zurück nach Obersteinbach zum Startpunkt.

Wer noch nicht ausgelastet ist, folgt weiter der Markierung Deutsch-Französischer Burgenweg (Schwarzer Turm) über den Wachtfels (tolle Aussicht) zur Burg Petit-Arnsberg und anschließend zum Fuße des Wolfsfels. Von dort rechts mit der Markierung Rote Raute zurück zum Startpunkt.

Wichtige Hinweise

Das Be­treten der hier auf­ge­führ­ten und be­schriebenen Orte ge­schieht gänz­lich auf eigene Ge­fahr!
Alle An­gaben ohne Ge­währ!

Bitte be­achte und be­rück­sichtige un­bedingt die Warn­schilder des Jagd­betriebs (haupt­sächlich im Herbst) und der Fällungs­arbeiten. Vor allem bei den Fällungs­arbeiten herrscht Lebens­gefahr.

Bitte be­achte, dass die Strecken der Wanderungen und Burg­zugänge zwischen­zeitlich geändert sein können. Falls dies der Fall sein sollte, würde ich mich über eine kurze Nachricht an adminwanderparadies-wasgau.de oder über das Kontaktformular freuen, vielen Dank!

Einige angegebene Park­plätze sind keine offiziellen Park­plätze, sondern Stellen am Straßen- oder Weg­rand. Bitte respektiere diese Stellen und die Natur.

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